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Einsatzbereiche

Wofür sich eine Reithalle eignet

Eine Reithalle ist konstruktiv unspektakulär und planerisch anspruchsvoll. Die Maße sind weitgehend gesetzt: 20 × 40 m entspricht dem Dressurviereck, 20 × 60 m dem großen Viereck - dazu kommt der Umlauf hinter der Bande, sodass das Bauwerk außen entsprechend größer wird. Die Spannweite muss stützenfrei sein, daran führt kein Weg vorbei. Der eigentliche Streitpunkt ist ein anderer: Der Reitboden ist ein eigener Kostenblock, wird bei Angeboten regelmäßig nicht mitgerechnet und entscheidet später über Gesundheit der Pferde und Zufriedenheit der Reiter mehr als jedes andere Bauteil.

Typische Projekte
  • Dressurhalle 20 × 40 m und große Halle 20 × 60 m, jeweils zuzüglich Umlauf
  • Reithalle im Anschluss an einen bestehenden Stall mit direkter Verbindung
  • Longierhalle mit rundem oder verkürztem Grundriss
  • Überdachung von Longierzirkel, Führanlage oder Außenreitplatz
Worauf es ankommt

Die drei Punkte, die bei einer Reithalle den Preis machen

01

Reitboden: Tragschicht, Trennvlies, Tretschicht

Der Boden ist kein Zubehör, sondern ein eigenes Gewerk: Planum, Drainage, Tragschicht, Trennvlies und Tretschicht müssen aufeinander abgestimmt sein. Ein zu weicher Boden belastet Sehnen, ein zu fester die Gelenke. Klären Sie früh, ob der Boden im Angebot enthalten ist - sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.

02

Bande, Höhe & Sicherheit

Die Bande läuft umlaufend, ist nach innen geneigt und schützt Reiterbein und Konstruktion. Die lichte Höhe muss auch beim Springen ausreichen; Beleuchtung, Lichtplatten und Unterzüge dürfen nicht in den Sprungraum ragen. Tore werden so gesetzt, dass Pferde nicht ins Gegenlicht laufen.

03

Licht, Staub & Lüftung

Lichtbänder im Dach und in der Traufe bringen blendfreies Tageslicht; direkte Sonne auf dem Hufschlag irritiert Pferde. Gegen Staub hilft Bewässerung oder eine staubarme Tretschicht - Lüftung, Bewässerung und Bodenaufbau gehören deshalb zusammen geplant.

Was kostet eine Reithalle?

Für die Halle selbst - Konstruktion, Dach, Bande, ohne Boden - liegt der Richtwert im Bereich einer einfachen, offenen bis halboffenen Halle und damit unter dem einer geschlossenen Gewerbehalle. Der Reitboden kommt als eigener Posten dazu und macht je nach Aufbau einen erheblichen Anteil der Gesamtsumme aus. Vergleichen Sie Angebote deshalb nur, wenn in beiden derselbe Bodenaufbau steckt.

Richtwerte für eine erste Einordnung - keine Angebotspreise. Verbindlich ist allein das Angebot des Fachbetriebs für Ihr konkretes Projekt.

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Häufige Fragen zum Hallenbau

Welche Maße braucht eine Reithalle?

Als Innenmaß haben sich 20 × 40 m für das Dressurviereck und 20 × 60 m für das große Viereck durchgesetzt. Dazu kommt der Umlauf hinter der Bande, sodass die Halle außen entsprechend größer wird. Kleinere Hallen sind möglich, schränken aber Ausbildung und spätere Nutzung dauerhaft ein.

Ist der Reitboden im Hallenpreis enthalten?

Oft nicht - und das ist die häufigste Ursache für Angebote, die scheinbar weit auseinanderliegen. Fragen Sie explizit nach: Planum, Drainage, Tragschicht, Trennvlies und Tretschicht sind fünf Positionen, die jede für sich ein Angebot verändern. Nennen Sie in der Anfrage, ob Sie den Boden mit angeboten haben möchten.

Bekomme ich für eine private Reithalle eine Baugenehmigung?

Das hängt am Standort und an der Nutzung. Innerhalb eines Bebauungsplans richtet sich alles nach dessen Festsetzungen. Im Außenbereich ist eine Reithalle nur privilegiert, wenn sie einem landwirtschaftlichen Betrieb dient - reine Freizeitpferdehaltung und Pensionsbetriebe gelten in der Regel nicht als privilegiert. Diese Frage sollte geklärt sein, bevor Sie planen lassen.

Kann die Halle an den bestehenden Stall angebaut werden?

Ja, und meist ist genau das gewünscht - kurze Wege, kein Umsatteln im Regen. Zu klären sind Brandabschnitt zwischen Stall und Halle, Fluchtwege sowie die Frage, ob die vorhandene Konstruktion Lasten aus dem Anbau aufnehmen kann. Das prüft der Fachbetrieb vor Ort.

Was ist der Unterschied zwischen Traufhöhe und Firsthöhe?

Die Traufhöhe ist die Höhe an der Dachkante, wo Wand und Dach zusammentreffen; die Firsthöhe ist der höchste Punkt am Dachfirst. Für die nutzbare lichte Höhe im Inneren – etwa für Regale, Krane oder einfahrende Fahrzeuge – ist die Traufhöhe maßgeblich, nicht die Firsthöhe.

Wie tief muss das Fundament frostfrei gegründet werden?

Fundamente und Bodenplatte werden frostfrei gegründet, damit gefrierender Boden die Gründung nicht anhebt. In Deutschland gelten dafür in der Regel rund 80 cm Tiefe; der genaue Wert ergibt sich aus dem Bodengutachten und der örtlichen Frosteinwirkung.

Ab welcher Größe braucht eine Halle eine Brandwand?

Wie groß ein Brandabschnitt ohne trennende Brandwand sein darf, richtet sich nach der Muster-Industriebaurichtlinie und hängt von Geschossigkeit, Feuerwiderstand und Brandbekämpfung ab. Ohne besondere Maßnahmen liegt die zulässige Fläche im eingeschossigen Fall häufig im Bereich von rund 1.800 bis 3.000 m², mit automatischer Löschanlage (Sprinkler) deutlich höher. Verbindlich ist der Brandschutznachweis.

Braucht meine Halle eine Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA)?

Ab bestimmten Größen und Nutzungen verlangt der Brandschutz Rauch- und Wärmeabzugsanlagen. Sie führen im Brandfall Rauch ab und halten Flucht- und Angriffswege frei. Ob, wo und in welchem Umfang RWA nötig sind, legt der Brandschutznachweis für Ihr konkretes Vorhaben fest.

Was bedeutet EN 1090 und welche Ausführungsklasse braucht meine Halle?

EN 1090 ist die europäische Norm für die Ausführung tragender Stahlbauteile. Je nach Beanspruchung wird eine Ausführungsklasse von EXC1 bis EXC4 gefordert – für gewerbliche Hallen üblicherweise EXC2, bei höheren Anforderungen EXC3. Der ausführende Betrieb muss für die jeweilige Klasse zertifiziert sein und seine Bauteile entsprechend CE-kennzeichnen.

Kann ich eine Photovoltaikanlage auf das Hallendach setzen?

Ja. Eine PV-Anlage auf dem Hallendach ist baurechtlich meist verfahrensfrei, muss aber statisch berücksichtigt werden: Das zusätzliche Gewicht der Module und einer möglichen Aufständerung gehört in die Bemessung des Dachtragwerks. Am wirtschaftlichsten ist es, die Anlage schon beim Neubau einzuplanen.

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