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Einsatzbereiche

Wofür sich eine Lagerhalle eignet

Eine Lagerhalle ist in den meisten Fällen eine Kalthalle - unbeheizt, ungedämmt und damit die günstigste Bauweise pro Quadratmeter. Entscheidend sind nicht die Wände, sondern die Bodenplatte und die Höhe: Wer mit Hochregalen arbeitet, braucht eine Bodenplatte, die die Punktlasten der Regalstützen aufnimmt, und eine Traufhöhe, die zur geplanten Regalanlage passt. Beides lässt sich nachträglich kaum ändern - deshalb gehört die Lagertechnik schon in die erste Planungsrunde.

Typische Projekte
  • Hochregal- und Palettenlager mit 6 bis 12 m Traufhöhe
  • Kommissionier- und Versandflächen mit Rampe oder Überladebrücke
  • Saisonlager für Handel, Landwirtschaft und Baustoffe
  • Zwischenlager und Pufferflächen neben einer bestehenden Produktion
Worauf es ankommt

Die drei Punkte, die bei einer Lagerhalle den Preis machen

01

Bodenplatte & Traglast

Die Bodenplatte wird auf Ihre Regalanlage und Ihre Flurförderzeuge ausgelegt - Punktlasten der Regalstützen, Flächenlast und Ebenheitstoleranz gehören in die Anfrage. Nachträgliche Verstärkung ist teuer und unterbricht den Betrieb.

02

Tore, Rampen & Andienung

Sektionaltore, Überladebrücken und Torschleusen bestimmen, wie schnell ein Lkw abgefertigt ist. Die Lage der Tore hängt von der Anfahrt auf dem Grundstück ab - deshalb wird die Andienung vor der Hallenkubatur geplant.

03

Brandschutz & Lagergut

Was gelagert wird, entscheidet über den Brandschutz: Lagerguthöhe, Brandabschnitte, Rauchabzug und gegebenenfalls eine Sprinkleranlage. Bei Gefahrstoffen kommen Auffangwannen und getrennte Bereiche dazu.

Was kostet eine Lagerhalle?

Als Richtwert liegt eine unbeheizte Lagerhalle bei etwa 300-500 € pro m². Preistreiber sind vor allem Traufhöhe, Spannweite ohne Innenstützen, die Traglast der Bodenplatte sowie Anzahl und Größe der Tore. Eine gedämmte Ausführung - etwa für temperaturempfindliche Ware - liegt deutlich darüber.

Richtwerte für eine erste Einordnung - keine Angebotspreise. Verbindlich ist allein das Angebot des Fachbetriebs für Ihr konkretes Projekt.

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Häufige Fragen zum Hallenbau

Reicht für ein Lager eine Kalthalle?

In den meisten Fällen ja. Eine Kalthalle ist unbeheizt und ungedämmt und damit die wirtschaftlichste Variante für Paletten, Maschinen, Fahrzeuge und unempfindliche Waren. Gedämmt wird nur, wenn die Ware Temperatur oder Feuchte nicht verträgt oder dauerhaft Arbeitsplätze in der Halle liegen.

Wie hoch muss eine Lagerhalle sein?

Die Traufhöhe richtet sich nach der Regalanlage plus Sicherheitsabstand zur Dachkonstruktion und zur Sprinklerebene. Für Palettenregale sind 6 bis 8 m üblich, für Hochregale 10 bis 12 m und mehr. Da Höhe fast immer günstiger ist als Fläche, lohnt es sich, die Regalplanung vor der Hallenplanung festzuzurren.

Was muss die Bodenplatte aushalten?

Sie muss die Punktlasten der Regalstützen und die Radlasten der Stapler tragen - beides deutlich mehr als eine normale Industriebodenplatte. Nennen Sie in der Anfrage Regaltyp, Fachlast und eingesetzte Flurförderzeuge, dann kann der Fachbetrieb die Platte direkt richtig dimensionieren.

Kann ich die Lagerhalle später verlängern?

Ja. Stahlhallen sind in Rastern konstruiert und lassen sich in Längsrichtung um weitere Achsen erweitern. Wenn eine Erweiterung absehbar ist, wird der Giebel entsprechend vorbereitet und die Fläche im Bauantrag mitgedacht - das spart beim Anbau später Zeit und Kosten.

Was ist der Unterschied zwischen Traufhöhe und Firsthöhe?

Die Traufhöhe ist die Höhe an der Dachkante, wo Wand und Dach zusammentreffen; die Firsthöhe ist der höchste Punkt am Dachfirst. Für die nutzbare lichte Höhe im Inneren – etwa für Regale, Krane oder einfahrende Fahrzeuge – ist die Traufhöhe maßgeblich, nicht die Firsthöhe.

Wie tief muss das Fundament frostfrei gegründet werden?

Fundamente und Bodenplatte werden frostfrei gegründet, damit gefrierender Boden die Gründung nicht anhebt. In Deutschland gelten dafür in der Regel rund 80 cm Tiefe; der genaue Wert ergibt sich aus dem Bodengutachten und der örtlichen Frosteinwirkung.

Ab welcher Größe braucht eine Halle eine Brandwand?

Wie groß ein Brandabschnitt ohne trennende Brandwand sein darf, richtet sich nach der Muster-Industriebaurichtlinie und hängt von Geschossigkeit, Feuerwiderstand und Brandbekämpfung ab. Ohne besondere Maßnahmen liegt die zulässige Fläche im eingeschossigen Fall häufig im Bereich von rund 1.800 bis 3.000 m², mit automatischer Löschanlage (Sprinkler) deutlich höher. Verbindlich ist der Brandschutznachweis.

Braucht meine Halle eine Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA)?

Ab bestimmten Größen und Nutzungen verlangt der Brandschutz Rauch- und Wärmeabzugsanlagen. Sie führen im Brandfall Rauch ab und halten Flucht- und Angriffswege frei. Ob, wo und in welchem Umfang RWA nötig sind, legt der Brandschutznachweis für Ihr konkretes Vorhaben fest.

Was bedeutet EN 1090 und welche Ausführungsklasse braucht meine Halle?

EN 1090 ist die europäische Norm für die Ausführung tragender Stahlbauteile. Je nach Beanspruchung wird eine Ausführungsklasse von EXC1 bis EXC4 gefordert – für gewerbliche Hallen üblicherweise EXC2, bei höheren Anforderungen EXC3. Der ausführende Betrieb muss für die jeweilige Klasse zertifiziert sein und seine Bauteile entsprechend CE-kennzeichnen.

Kann ich eine Photovoltaikanlage auf das Hallendach setzen?

Ja. Eine PV-Anlage auf dem Hallendach ist baurechtlich meist verfahrensfrei, muss aber statisch berücksichtigt werden: Das zusätzliche Gewicht der Module und einer möglichen Aufständerung gehört in die Bemessung des Dachtragwerks. Am wirtschaftlichsten ist es, die Anlage schon beim Neubau einzuplanen.

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